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Kulturkreis 
der deutschen Wirtschaft 
 
 

Waldrahmen als „verbindende Trennung“

Das heutige Agrarzentrum Limburgerhof befindet sich südlich angrenzend an der gleichnamigen Gemeinde und bildet somit eine wichtige Schnitt-
stelle zwischen Ortsgrenze und landwirtschaftlich genutzter Umgebung.

Um einerseits den neuen Zukunftscampus in sich zu stärken und andererseits eine klare Ortsgrenze zu definieren, wird der Zukunfts-
campus gerahmt. Hierzu wird der bereits vorhandene teils dem Werksgelände des Agrarzentrums Limburgerhof zugehörige Wald erweitert, sodass er das Gelände umschließt. Somit ermöglicht der Waldrahmen sowohl eine Trennung als auch eine Verbindung. Zum einen entsteht eine optische Grenze, die eine nicht abweisend wirkende Errichtung eines Zauns zwar möglich, jedoch nicht nötig macht.

Zum anderen gelingt eine Verbindung zu dem bereits existierenden Wald, der gleichzeitig ein wertvoller Freiraum für Mitarbeiter und Anwohner wird. Die locker gepflanzte Baumvegetation des Rahmens sowie der fehlende Unterwuchs bieten einen spannenden Einblick in das Campusleben.

Eine weite Öffnung im Osten des Areals formt den neuen repräsentativen Eingang der BASF.

Funktionen und Nutzungsbereiche

Der Zukunftscampus selbst wird entsprechend seiner Funktionen in verschiedene Bereiche untergliedert: um das Gründerzentrum herum wird die existierende Bebauung erhalten und nachverdichtet, sodass dort ein Forschungskomplex entsteht.

Vorgelagert in Richtung Eingang hin entsteht ein Bebauungsstreifen, der im nördlichen Teil einen Verwaltungskomplex mit zahlreichen Bürobauten, im südlichen Teil ein Gewächshausareal mit weiteren Nutzbauten wie Lagerhäusern bietet.

In der Mitte entsteht ein zentraler Freiraum, der die drei verschiedenen Campusareale verknüpft.

Hinzu kommt ein Außenraum für das Mitarbeiterrestaurant mit einem Obsthain.

Die Versuchsfelder im Osten des Zukunftscampus werden weitestgehend erhalten. Durch eine weitere Rahmung des Forschungskomplexes wird erreicht, dass dieser zum einen betont, zum anderen abgegrenzt wird, da die dicht gepflanzten weißen Stämme der Birken eine natürliche Grenze ausformulieren, die durch eine zweistufige Treppenanlage noch raumwirksamer wird. Der neue Städtebau in Kombination mit der Freiraumgestaltung des Zukunftscampus der BASF ermöglicht somit die Herausbildung verschiedener Sicherheitszonen, welche sich selbsterklärend dem Mitarbeiter und auch Besucher erschließen.

Atmosphärische Arbeitswelten

Die besondere Qualität des Zukunftscampus entsteht durch das Spiel von Geschlossenheit und Öffnungen/Nähe und Weite, welches unmittelbar beim Betreten des Campus durch den Waldrahmen und den darauf folgenden Blick über die weiten Versuchsfelder der BASF ersichtlich wird.

Da sie den Charakter des Agrarzentrums entscheidend prägt, nimmt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle ein. Wie der Name Landkult Limburgerhof schon andeutet, wird das Leitthema der Landkultivierung durch die Betonung der Ästhetik von Versuchsfeldern aufgegriffen und konsequent in der Gestaltung der Freiräume eingesetzt.

Landschaftliche Metamorphose und architektonische Entwicklung

Landschaftliche Metamorphose : Campus heute - Wald als Qualität
Architektonische Entwicklung : Campus heute - zusammengesetzter Städtebau

Landschaftliche Metamorphose : nach 3 Jahren - Aufforstung des Waldrahmens mit 250 Laubbäumen
Architektonische Entwicklung : nach 3 Jahren - Abtragung der zum Abriss freigegebenen Gebäude

Landschaftliche Metamorphose : nach 6 Jahren - Pflanzung der Birkenmembran (100 Stück), neuer Eingang
Architektonische Entwicklung : nach 6 Jahren -  Errichtung des neuen Eingangsgebäudes

Landschaftliche Metamorphose : nach 9 Jahren - Obsthainpflanzung (75 Stück) als Teil des Versorgungsbandes
Architektonische Entwicklung : nach 9 Jahren -  Baubeginn des Versorgungsbandes, Nachverdichtung

Landschaftliche Metamorphose : nach 12 Jahren - Bau der Plätze innerhalb des Forschungskomplexes
Architektonische Entwicklung : nach 12 Jahren - Vollendung des Städtebaus

Die Metamorphose des Landkult Limburgerhof erfolgt in Drei-Jahres-Schritten. Freiraum und Städtebau entwickeln sich hierbei losgelöst voneinander, ergeben jedoch ein stimmiges Gesamtbild. Dies gelingt durch den Freiraum, welcher in der Lage ist Räume herauszubilden, die der Städtebau noch nicht geformt hat.

Nach drei Jahren wirkt die Architektur des Zukunftscampus wie ein lückenhaftes Konglomerat an Gebäuden, da die aus der Nutzung gefallenen und zum Abriss freigegebenen Objekte nach und nach abgetragen werden. Durch den Waldrahmen gelingt es, dem Zukunfts-
campus ein Gesamtbild zu verleihen und ihn sowohl nach innen als auch nach außen hin als Einheit wirken zu lassen.

Der nach weiteren drei Jahren gepflanzte Birkenrundweg formuliert bereits den Forschungskomplex im Herzen des Zukunftscampus aus, den die Architektur durch Nachverdichtung erst einige Jahre später füllt. Nach neun Jahren wird durch die Pflanzung des Obsthains und den beginnen-
den Bau von Bürogebäuden im Norden des Zukunftscampus die zum Eingang hin wirksame Raumkante gebildet. Abschließend werden zeitgleich mit der Vervollständigung der Architektur die innerhalb des Forschungskomplexes liegenden, den Mitarbeitern dienlichen Plätze umgesetzt. Durch die bereits früh begonnene Pflanzung gelingt es, zeitgleich mit der Vervollkommnung des Städtebaus ein stimmiges Gesamtbild zu erreichen, da die Vegetation bereits gewachsen ist und somit ihre volle Raumwirksamkeit entfaltet.

Die Arbeit besticht durch ihren außergewöhnlichen Umgang mit dem Thema Landschaft. Durch die Erweiterung des an das Campusgelände angrenzenden Waldes in Form eines Rahmens um das Gelände, entsteht eine gelungene Verbindung zwischen dem landschaftlichen Kontext und der baulichen Struktur des Agrarzentrums Limburgerhof. Das Projekt ist städtebaulich geschickt entwickelt und schafft durch die intelligente Einbindung und Ergänzung der Bestandsbebauung eine sinnvolle Raumkonfiguration.

Überzeugend entwickeln die Verfasserinnen die Landschaft als ordnende Maßnahme. Die einzelnen landschaftlichen Elemente werden nicht nur gut ausdifferenziert, sondern bestechen auch durch eine entwurfsimmanente Angemessenheit. Auf diese Weise werden nicht nur qualitätsvolle, sondern auch bezahlbare Freiräume gestaltet.

Kritisch wird jedoch die Ausformulierung der Eingangssituation gesehen, da sie als Geste für einen angemessenen Zugang des Agrarzentrums zu schwach ist. Auch die Dauerhaftigkeit der zweiten strukturellen Richtung der städtebaulichen Konzeption wurde von der Jury kontrovers diskutiert.

 
 
 
 
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