Nahtstelle zur Stadt:
    Vom BAYERwerk zum Chemiepark
Leverkusen

 

Experimentierfeld Entwicklungsband

 Simon Agert / Jan Roth 

Städtebau Masterstudiengang Nordrhein Westfalen


ABSTRACT DER ENTWURFSIDEE

Die Arbeit behandelt eine neue Herangehensweise der Stadtentwicklung und –planung für Leverkusen. Die vom BAYER-Konzern dominierte Stadt Leverkusen positioniert sich zukünftig im Köln-Düsseldorfer-Raum als Standort für innovative und zukunftsweisende Technologien und Dienstleistungsbranchen. Dabei baut sie auf bestehende Potenziale und Strukturen auf, wart ihre Entstehung und agiert mit einer nachhaltigen Stadtentwicklung.

Unter der gleichwertigen Berücksichtigung der ökologischen, ökonomischen und sozialen Parameter wird im Süden Leverkusens der Auftakt für die nachhaltige Stadtentwicklung gesetzt. Der neue Chemiepark mit seinen umliegenden Flächen bildet hierfür den Handlungsort.



Den Ansatzpunkt für die Konzeption bildet das bestehende räumliche Leitbild "Der Grüne Fächer". Dieser schafft einen regionalen Grünraumverbund ausgehend über die Stadtteile Wiesdorf, Schlebusch und Opladen. Anknüpfend an diese stadtübergreifende Struktur wird der "Grüne Fächer" durch ein neues Element nach Süden erweitert. Durch dieses Element, welches durch seine Gestaltung die (Stadt)Struktur neu definiert, erfährt die Stadt Leverkusen eine neue städtebauliche Ausrichtung und das Thema "Nachhaltige Stadtentwicklung" kann über die neu entwickelte Struktur hinaus auf die gesamte Stadt projiziert werden.

Die neu entwickelte, charakterbildende Struktur für den Süden Leverkusens befindet sich im östlichen Anschluss an das Bayer-Werk und erstreckt sich über die heute hauptsächlichen Park- und Brachfläche zwischen der B8 und der Bahnlinie. Im Norden knüpft dieses "Entwicklungsband" an die Innenstadt von Leverkusen an und reicht bis in den Norden von Köln-Flittard.

Eine weitere, das Entwicklungsband unterstützende Struktur, ermöglicht die freiräumliche Durchgängigkeit entlang des Rheins ohne die Funktionalität des Flussufers im Chemiepark zu beeinträchtigen. Diese Struktur kann als zweiter Rheinbogen interpretiert werden.

Das Entwicklungsband wird durch verschiedene Nutzungen geprägt. Ein Hauptelement bildet ein Technologie-/Gründerzentrum im nördlichen Abschnitt, welches den Auftakt des Bandes bildet und als Verbindungselement zur Innenstadt fungiert. Anschließend an dieses Zentrum für verschiedene start-up- und Öko-Audit-Unternehmen aus dem Bereich neuer Technologien und regenerativer Energien schließen weitere bauliche Strukturen für Technik-, Entwicklung- und Dienstleistungsbranchen an. Diese Struktur setzt sich über das gesamte Band in Richtung Süden fort. Weitere Nutzungen des Gewerbesektors, der Freizeitgestaltung sowie eine neue kombinierte Form aus Wohnen und Arbeiten prägen und beleben die neue Struktur des Leverkusener Südens.
Unter der Annahme einer Konzentration bestehender, für bestimmte umliegende Nutzungen inkompatibeler, Störfallbetriebe innerhalb des aus dem Bayer-Werk entwickelten Chemieparks wird die Möglichkeit gegeben, auf dem Band die neuen Nutzungen zu installieren. Die Realisierung der Konzeptidee erfolgt in zeitlich differenzierten Entwicklungsstufen:

Zur Durchführung der Neustrukturierung gemäß der Planungs- philosophie, bestehen signifikante, die Entwurfsinhalte prüfende Prinzipien, die die Umsetzung der grundlegenden Idee gewährleisten. Berücksichtigte Prinzipien beziehen sich auf die Themen Wirtschaft, Energie, Bebauung und Verkehr.

Das Entwicklungsband dient als Experimentierfeld zur Generierung der nachhaltigen Stadt. Die zu erwartende positive Verwirklichung des Entwicklungsbandes kann im Folgenden auf andere Bereiche der Stadt Leverkusen übertragen werden. Insbesondere Randbereiche im neu strukturierten Chemiepark bilden Erweiterungsflächen der Nutzungen sowie der Planungsphilosophie des Entwicklungsbandes.
Durch die Anknüpfung an den "Grünen Fächer" kann dieses bestehende Strukturkonzept als Transportmittel der Philosophie der nachhaltigen Stadtentwicklung verwendet werden. Der Fächer bildet ein Symbol zur Erweiterung der nachhaltigen Stadtentwicklung über die Gesamtstadt Leverkusen.

Als Reaktion auf zukünftig zu erwartende Problematiken in der Stadtentwicklung [Bevölkerungsentwicklung, Arbeitsmarkt- entwicklung etc.] kann es Leverkusen gelingen, einen Lösungsansatz aufzuzeigen. Dadurch bekommt Leverkusen ein Alleinstellungsmerkmal und kann sich dadurch im Raum Köln-Düsseldorf neu positionieren.