Nahtstelle zur Stadt:
    Vom BAYERwerk zum Chemiepark
Leverkusen

 

Level

 Mark Etling / Sina Mönch / Inka Reckhaus 

Technische Universität Darmstadt
Lehrstuhl für Entwerfen und Stadtentwicklung



Levision

Durch Verknüpfung und Überlagerung werden zum einen die Konzernstrukturen gestärkt, aber auch das Verhältnis Konzern und Stadt gefördert.
Zur Wiesdorfer Innenstadt hin kann ein neuer Science-Campus etabliert werden, da durch Optimierungsprozesse sich zukünftig Produktion in einem zentralen Werksbereich konzentriert. Dieser Campus beinhaltet die Funktionen Headquarter der Fremdfirmen, Forschung und Lehre. Im Bereich Beamtensiedlung wird die bestehende Struktur weiter entwickelt, in Folge entsteht eine verbindende Spange zwischen Bayer-Headquarter und neuem Science-Campus. Diese Maßnahmen iniziieren letztendlich auch Entwicklungen im bisher schwach strukturierten Bereich der südlichen Innenstadt und eröffnen dieser neue Perspektiven hin zum Rhein.


Erläuterung

Obwohl Leverkusen und Bayer in besonderer Weise aufeinander bezogen sind, Leverkusen profitiert vom reichhaltigen Arbeitsplatzangebot und Gewerbesteuern, Bayer hingegen vom großen Wissen und der Erfahrung der deutschen Chemiefacharbeiter, zeichnet sich diese Verbundenheit in keiner Weise im Stadtbild ab. Bayers repräsentative Schokoladenseite ist von der Stadt abgewandt, zur Stadt hin schottet sich das Werk ab. Der Wiesdorfer Stadtrand zum Bayerwerk andererseits zerfranst in einen undefinierten Siedlungsbrei aus Brachen und Verkehrsinfrastruktur.

An diesem Punkt setzt die Arbeit an, indem sie die neuen Firmen und Headquarter nicht in unmittelbarer Nähe zur bestehenden Bayerzentrale verortet, sondern im nördlichen Bereich des Werkes, welcher an die Wiesdorfer Bebauung grenzt, einen Campus für Headquarters, Startup-Unternehmen, Forschung, Gewerbe und Industrie schafft. Den Rahmen erzeugt eine neue Struktur, welche eine flexible Bespielung der Fläche mit Bebauung, Freiflächen und Funktionsflächen erlaubt. Als Voraussetzung dafür kann angenommen werden, dass sich das Werk durch Optimierung der Produktionsabläufe in seiner Fläche verringern kann.

Das neue Gebiet profitiert in einzigartiger Weise von der räumlichen Vernetzung seiner Partner, darüber hinaus aber durch seine unmittelbare Lage zur Stadt und die Nähe zu Bahn- und Autobahnanschluss. Für Leverkusen ergibt sich durch die Attraktivierung dieses Bereichs die Chance der Stärkung und Neudefinition des südlichen Innenstadtbereichs. Darüber hinaus sind positive Effekte für die gesamte Innenstadt zu erwarten. Nicht zuletzt bietet das offene Campuskonzept für Wiesdorf die Möglichkeit von Sichtverbindungen und Zugängen zum Rhein, eine Chance, die Leverkusen bisher in diesem Bereich verwehrt war.

Ein zweiter Teil widmet sich der Entwicklung des Gebietes Beamtensiedlung. Die frei gewordenen Flächen der Mitarbeiterparkplätze entlang der B8 werden neu interpretiert. Es entsteht eine verbindende Spange für Fußgänger und nichtmotorisierten Verkehr zwischen Carl-Duisberg-Park und Innenstadt, zwischen den Headquartern des Bayerkonzerns und dem neuem Sciencecampus. Nicht zuletzt erfährt dadurch der Stadteingang eine Umgestaltung mit Innovationsschaufenstern, ohne dabei das Bild des üblichen Gewerbestreifens zu reproduzieren.