Nahtstelle zur Stadt:
    Vom BAYERwerk zum Chemiepark
Leverkusen

 

Parkstadt Leverkusen

 Malte Bläring / Christian Hain 

Universität Dortmund
Fakultät Raumplanung



ABSTRACT DER ENTWURFSIDEE

Die Stadt Leverkusen besitzt das Image einer grauen Industriestadt, geprägt durch das Bayerwerk. Allerdings befindet sich dieses im Wandel. Dies schafft die Möglichkeit, auch einen Imagewandel für die Stadt herbeizuführen. Dieser besteht für uns darin, die nicht mehr benötigten Industrieflächen in Parkflächen umzuwandeln. Diese verbinden einerseits bereits bestehende Parks und lassen andererseits neue qualitätvolle Freiräume entstehen. Durch die Verbindung alter und neuer Parkflächen entsteht ein zusammenhängender stadtbildprägender Grünraum, der das Bayerwerk komplett umschließt. Somit wird aus der Industriestadt Leverkusen die Parkstadt Leverkusen.



Die Stadt Leverkusen wird heute von vielen Außenstehenden als Industriestadt angesehen.  Sie gilt als grau, hässlich und wenig lebenswert. Dieses Image wird vor allem durch das Bayerwerk geprägt. Dieses befindet sich allerdings im räumlichen und funktionalen Wandel: Einerseits zieht sich die Chemieproduktion ins Werksinnere zurück, Randflächen des Werkes werden nicht mehr benötigt. Andererseits siedeln sich verstärkt Fremdunternehmen an, Dienstleistung und Forschung gewinnen an Bedeutung. Der Flittarder Werksteil wird sich unserer Meinung nach vom restlichen Werk abspalten und als eigenständiger Gewerbepark existieren. Diese Entwicklungen bieten die Möglichkeit,  die freiwerdenden Randbereiche des Werkes und bereits nicht genutzte Flächen außerhalb des Werkes zu verbinden und für die Forcierung eines Imagewandels zu nutzen. Dieser Impuls für den Imagewandel besteht für uns darin, die graue Industriestadt in eine grüne Parkstadt zu verwandeln.

Die Stadt Leverkusen verfügt bereits über einige Parks, die aber in der Regel isoliert liegen und keine großräumliche Wirkung entfalten. Durch eine Verbindung der bestehenden und die Schaffung neuer Parkflächen entsteht ein zusammenhängender, stadtbildprägender Grünraum. Um diesen Grünraum vielfältig zu gestalten, besitzt jeder Park ein eigenes Thema.

Das Band der Grünflächen zieht sich vom Park der Landesgarten- Park-Plan schau 2005 [1] über den Stadtteilpark Wiesdorf [2] zur B8, an der der Innovationspark [3] und der Skulpturenpark [4] liegen. Über den Carl- Duisberg-Park [5] und eine Grünschneise führt die Parkstadt wieder an den Rhein [6]. Durch Fähr- verbindungen mit dem gegenüber- liegenden Rheinufer [7] wird wieder der Park der Landesgartenschau erreicht.  Als Ersatz für den durch das Werksgelände blockierten Rheinzugang verläuft ein "zweiter Rhein" entlang der das Werk umgebenden Grünflächen. Dieser stellt auch eine Verbindung zwischen den einzelnen Parks her.

Der erste neue Park ist der Stadtteilpark Wiesdorf. Dieser dient der Naherholung der Bevölkerung des Stadtteils und besitzt verschiedene Spiel- und Sportmöglichkeiten.

Im Innovationspark befinden sich neben verschieden Themengärten und Wasserflächen auch Bürogebäude. Hier können sich Unternehmen aus dem Dienstleistungs- und Forschungsbereich in einem repräsentativen Umfeld ansiedeln.

Der Skulpturenpark umfasst neben verschiedenen zeitgenössischen Skulpturen auch ein Museum, in dem die Geschichte des Bayerwerks dargestellt wird. Es bildet somit einen Verknüpfungspunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft des Bayerwerkes und der Stadt Leverkusen. Des Weiteren stellt der Park eine neue Verbindung zu den östlich der Bahnlinie Köln-Düsseldorf gelegenen Flächen dar, indem Wegeverbindungen über die Bahnlinie geführt werden.

Innerhalb der Parkstadt befindet sich der Carl-Duisberg-Park, der seine bisherige Funktion als Erholungspark beibehält, aber durch die Vernetzung mit anderen Grünflächen an Attraktivität gewinnt.

Eine dieser Vernetzungen führt über die nicht mehr benötigte Verbindung der beiden Werksteile zu den südwestlich liegenden Rheinwiesen. Hierdurch ist das Bayerwerk komplett von Grünflächen umgeben. Um diese auch für den Fußgänger und Radfahrer erlebbar zu machen, führt von dort eine weitere Fährverbindung über den Rhein. Hierdurch stellt das westliche Rheinufer eine weitere Verbindung zwischen den Elementen der Parkstadt dar, die somit das Bayerwerk komplett umschließt. Somit wird aus der Industriestadt Leverkusen die Parkstadt Leverkusen.