Nahtstelle zur Stadt:
    Vom BAYERwerk zum Chemiepark
Leverkusen

Ergebnis und Ablauf
der Jurysitzung vom
7. und 8. Mai 2007 im Kommunikationszentrum der
Bayer AG in Leverkusen


DIE JURY

    SACHPREISRICHTER + + + + +

  • Dr. Eckart John von Freyend
    Vorsitzender des Gremiums Architektur des Kulturkreises

  • Dipl.-Ing. Norbert Drekopf
    Bayer AG

  • Dipl.-Ing. Wolfgang Mues
    Beigeordneter für das Dezernat
    Planen, Bauen und Wirtschaft der Stadt Leverkusen

  • FACHPREISRICHTER + + + + +

  • Prof. Wolfgang Christ
    Lehrstuhl für Städtebau Bauhaus Universität Weimar

  • Dipl.-Ing. Martin Halfmann
    Vorsitzender des Bundes Deutscher Architekten [BDA] in Nordrhein Westfalen
    Architekt Köln

  • Prof. Karin Helms
    Ecole National Supérieure du Paysage de Versailles [ENSP]

  • Prof. Mischa Kuball
    Professur für Medienkunst, Hochschule für Gestaltung Karlsruhe [nur Montag 7. Mai]


Beginn der Sitzung am 7. Mai 2007 um 11.30 Uhr im Kommunikationszentrum der Bayer AG in Leverkusen.

Der Vorsitzende des Gremiums, Dr. John von Freyend, eröffnet die Sitzung und dankt der Bayer AG für die Kooperation und das großzügige Engagement.

Zum Vorsitzenden der Jury wird Prof. Karin Helms gewählt.

Es wurden 20 Arbeiten zum Wettbewerb angemeldet. Tatsächlich erschienen jedoch nur 18 Gruppen zur Präsentation ihrer Arbeit. Die geforderten Leistungen wurden von allen 18 Gruppen erbracht.

Die Teilnehmer präsentieren ihre Arbeiten mittels PowerPoint. Jede Arbeit wird von den Entwurfsverfassern in 15 Minuten öffentlich vorgestellt; die Jurymitglieder haben anschließend 5 Minuten Zeit für Verständnisfragen.

Montag, 7. Mai 2007, 11.30 – 18.00 Uhr:
Öffentliche Präsentation der Entwürfe 1-14

Dienstag, 8. Mai 2007, 09.00 – 10.30 Uhr:
Öffentliche Präsentation der Entwürfe 15-18


DIE LISTE der Wettbewerbsbeiträge in der Reihenfolge der Präsentation:


  •   Parkstadt Leverkusen
      Malte Bläring / Christian Hain
      Universität Dortmund

  •   innovating_city
      Benedikt Brester / Marco Scheil
      Universität Dortmund

  •   Level
      Mark Etling / Sina Mönch / Inka Reckhaus
      Technische Universität [TU] Darmstadt

  •   Leverkusen_21
      Holger Hoffschröer
      Universität Dortmund

  •   In Schwung gebracht –
      neue Adresse in Leverkusen
      Sandra Dietz / Isabelle Weis
      Städtebau Masterstudiengang
      Nordrhein Westfalen [Master NRW]

  •   Experimentierfeld Entwicklungsband
      Simon Agert / Jan Roth
      Master NRW

  •   Hochhaus W1
      Franziska Hoffmann
      Kunsthochschule für Medien [KHM] Köln

  •   Cubiquitol 27mg
      Guillaume Tripoteau / Gael Hémon
      TU Darmstadt

  •   Legenden
      Angélique Dubois
      KHM Köln

  •   Nahtstelle zur Stadt
      [ursprünglicher Titel: Mauerwerk]
      Julia Url
      TU Darmstadt

  •   randerscheinung
      Christopher Frett / Johannes Jung
      Rheinisch Westfälische Technische
      Hochschule [RWTH] Aachen

  •   Leverkusen – Stadt im Fluss
      Björn Mierau
      RWTH Aachen

  •   Wissensstadt
      Ho Seop Kim / Ju Hee Cho
      RWTH Aachen

  •   Gewerbeinseln im Landschaftsband
      Dominik Bulinski / Christian Hemkendreis
      Master NRW

  •   Urbecon Park (A) Makrostruktur
      Andrea Borges / Sabrina Nießen
      Bergische Universität [BU] Wuppertal

  •   Urbecon Park (B) Interne Struktur
      Christian Gritsch
      BU Wuppertal

  •   Urbecon Park (C) Mikrostruktur
      Philip Schläger / Agnes Szymanski /
      Benedikt Völkel
      BU Wuppertal

  •   Erneuerbare Rohstoffe –
      Startschuss für die Zukunft
      Christina Alff / Ilka Rosenthal
      Master NRW

Die Präsentation endet am Dienstag, den 8. Mai 2007, um 10.30 Uhr.

Anschließend beginnt die Beratung der Jury unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Das Preisgericht zeigt sich insgesamt beeindruckt von der außerordentlichen Qualität der eingereichten Arbeiten. Alle Studierenden haben intensiv gearbeitet und sich auf das Planungsgebiet eingelassen. Die Pläne und Modelle sind hervorragend ausgearbeitet; die Arbeiten wurden gut vorgetragen.


Zunächst diskutiert die Jury die Beurteilungsmerkmale und legt folgende  Kriterien  fest:

  • Visionen
    Gibt es eine eigenständige Idee?
    Ist sie fundiert?
    Ist sie angemessen?

  • Methodik
    Wie ist die Idee aufgebaut?
    Ist sie anschaulich?
    Ist der Prozess möglich?

  • Konzept
    Gibt es ein Konzept?
    Wie wird mit dem Raum umgegangen?
    wie werden die Funktionen behandelt?

  • Ort
    Leverkusen
    Bayer
    B8   [Bundesstraße 8]
    Rhein
    Ankerpunkt

  • Präsentation


Ab 11.30 Uhr wird ein erster Besichtigungsrundgang durchgeführt. Dabei wird beschlossen, die Arbeit 7 nicht zur Wertung zuzulassen, aber lobend zu erwähnen. Die Bayer AG wird eine Ausstellung der Arbeit anregen. Es wird ebenfalls beschlossen, die Arbeit 9 nicht zur Wertung zuzulassen. Es wird jedoch empfohlen, den Kurzfilm tatsächlich zu realisieren.

Ab 12.30 Uhr findet ein zweiter Besichtigungsrund- gang statt. Es wird entschieden, nur Arbeiten in die engere Wahl zu nehmen, die die Kriterien weitgehend erfüllen. Die Jury beschließt dabei, folgende Arbeiten in die engere Wahl zu nehmen:

  •   Leverkusen_21 + + + +

  •   Cubiquitol 27mg + + + +

  •   Mauerwerk + + + +

  •   Leverkusen – Stadt im Fluss + + + +

  •   Erneuerbare Rohstoffe –
      Startschuss für die Zukunft + + + +

Nach eingehender Diskussion wird folgende Rangfolge festgelegt:

  •  Preise für die Arbeiten:

  •   Leverkusen_21 + + + +
      Holger Hoffschröer
      Universität Dortmund
      [Einstimmig]

  •   Cubiquitol 27mg + + + +
      Guillaume Tripoteau / Gael Hémon
      TU Darmstadt
      [Zwei Gegen-Stimmen]

  •  Anerkennungen für die Arbeiten:

  •   Nahtstelle zur Stadt + + + + +
      [ursprünglicher Titel: Mauerwerk]
      Julia Url
      TU Darmstadt

  •   Leverkusen – Stadt im Fluss + + + +
      Björn Mierau
      RWTH Aachen

  •   Erneuerbare Rohstoffe –
      Startschuss für die Zukunft + + + +
      Christina Alff / Ilka Rosenthal
      Master NRW

  •  Belobigungen für die Arbeiten:

  •   Hochhaus W1 + + + +
      Franziska Hoffmann
      Kunsthochschule für Medien [KHM] Köln

  •   Legenden + + + +
      Angélique Dubois
      KHM Köln

Dieser Vorschlag wird einstimmig angenommen. Die Preissumme in Höhe von EUR 10.000,-- wird folgendermaßen aufgeteilt:

  • Für die zwei Preise je EUR 3500.
  • Für die drei Anerkennungen je EUR 1000.

DAS URTEIL

Die Arbeiten in der engeren Wahl wurden folgendermaßen beurteilt:


  Leverkusen_21 + + + + + + + +

   Holger Hoffschröer

  Universität Dortmund

Der Wettbewerbsbeitrag "Leverkusen 21" orientiert sich in seiner räumlich-funktionalen Konzeption weitgehend an den Vorstellungen der Bayer AG zur Gliederung und zukünftigen Nutzung des Werksgeländes. Gleichwohl entwickelt der Verfasser auf der Basis dieser vergleichsweise als realistisch anzunehmenden Grundkonstellation eine eigenständige städtebauliche Vision. "Leverkusen_21" greift die Potenziale der architektonischen, städtebaulichen und landschaftsgestalterischen Fragmente im Umfeld des Bayer Werks geschickt auf und fügt sie zu stringenten Raumqualitäten unverwechselbarer Identität:

  • Der Carl-Duisberg-Park wird – wie der Central Park in New York – baulich klar gefasst, sowohl zum Rhein als auch über die B8 hinaus geöffnet und so als Bindeglied einer neuen, standortprägenden Landschaftsschneise "urbanisiert."

  • Die B8 wird zum Rückgrat des als städtebaulicher Motor zukünftiger Veränderungsprozesse ausgewiesenen Forschungs- und Entwicklungsboulevards. Der B8-Boulevard wird in Blocktiefe von repräsentativer Architektur begleitet, die zusammen mit den quer verlaufenden Alleen, baumbestandenen Straßen und historisch bedeutenden Solitärbauwerken die Straße sequenzartig gliedern. Neues Rathaus und Bayer Academy bilden die hochkarätigen Zielpunkte dieser neuen urbanen Achse Leverkusens.

  • Carl-Duisberg-Park, B8-Boulevard, neues Rathaus und dessen ebenso überzeugende Verbindung mit dem neuen "Kulturforum" am Rhein fassen das Werksgelände U-förmig ein.

Holger Hoffschröer gelingt mit der konsequent durchgehaltenen Strategie der "In-Wert-Setzung" vorhandener Räume, Gebäude und Raumstrukturen nachvollziehbar die Ausbildung eines neuen Stadtteils, der erstmals Werk und Stadt – bzw. Chemie- und Gewerbecluster und das urbane Umfeld – in einer intensiven, geradezu symbiotischen Verzahnung darstellt. Der Raum der Chemieproduktion wird kaum verändert; es bleibt ein introvertierter Ort.

Kritisch anzumerken sind folgende Punkte:

  • Die zukünftige LKW-Erschließung der Chemieproduktion ist nicht ersichtlich. Die vorhandene Logistikfläche ist verplant.

  • Der Boulevard dürfte infolge der geplanten dichten Blockbebauung mit lediglich einer Fahrspur je Richtung den verkehrlichen Anforderungen nicht gewachsen sein.

  • Die bauliche Dichte des F+ E-Bandes erscheint weit überzogen, insbesondere vor dem Hintergrund des – notwendigen – Aufbaus einer räumlich kräftigen Bebauung am Carl-Duisberg-Park.

Die skizzierten Schwächen sind durchweg überarbeitungsfähig und schmälern den sehr positiven Gesamteindruck nur unwesentlich.


  Cubiquitol 27mg + + + + + + + +

   Guillaume Tripoteau / Gael Hémon

  Technische Universität Darmstadt

Das Projekt Cubiquitol 27mg nähert sich der Aufgabenstellung durch ein ganzes Bündel von Ideen, die durch differenzierte Szenarien die spezifischen Anforderungen unterschiedlicher Nutzer in einem Polyprojekt verknüpfen.
Dabei wird von den Autoren kein Schwerpunkt auf kurzfristig umsetzbare bauliche Lösungen gesetzt. Wichtiger erscheint die Auseinandersetzung mit dem Ort in allen seinen gesellschaftlichen, städtebaulichen und ökonomischen Dimensionen.
Gerade diese Prozesshaftigkeit und das humorvolle Augenzwinkern, mit der sie multimedial präsentiert wird, bilden den intellektuellen Reiz der Arbeit.

Mit spielerischer Leichtigkeit werden Lösungsansätze skizziert, die einen ganz unterschiedlichen Grad der Realisierbarkeit aufweisen. Die Quintessenz bildet ein Baukasten aus Nutzungsanforderungen, Lösungsfragmenten und konkreten Bauelementen, der den Beweis antreten will, dass die Widersprüche der Akteure nicht zwangsläufig in Zielkonflikten bei der Umsetzung münden müssen.

Im Fokus bleibt hierbei der spezifische Ort und der Dialog mit seiner Umgebung, der mit sorgfältig gesetzten Verknüpfungspunkten auf das Projektgebiet projiziert wird.

Ein radikaler, visionärer und richtungweisender Beitrag zum Thema "Nahtstelle zur Stadt", der eine Fülle von Denkanstößen liefert und zu einem vielschichtigen Dialog einlädt.


  Nahtstelle zur Stadt + + + + +
  [ursprünglicher Titel: Mauerwerk]

   Julia Url

  Technische Universität Darmstadt

Zentrales Thema im Entwurf von Julia Url ist die Neuinterpretation und Verlängerung der alten Werksmauer. Es gelingt der Autorin mit dem Leitgedanken des "flexiblen Bandes", die notwendigen Produktionsbedingungen zu erhalten und zugleich jene neue Flexibilität und Veränderung zu schaffen, die Ausdruck moderner dienstleistungsorientierter Produktion ist.
Dabei bezieht sie die Stadt mit ihren Menschen aktiv in die neue, zum Fluss geöffnete Struktur ein.

Inspiriert von der Offenheit, die sich in der neuen Konzernzentrale von Helmut Jahn zeigt, wird das Selbstverständnis eines Weltkonzerns schrittweise übertragen auf problematische Berührungspunkte zwischen Altwerk und Stadt. Aus der Mauer werden Elemente eines Landschaftsbandes, das sich schrittweise um das Werk legt. Eine neue vertikale Achse öffnet das Werk und verbindet Wohnen im Osten mit dem Fluss im Westen. Auch wenn diese Achse besser in der Verlängerung von Tor 1 angelegt wäre, bleibt sie ein interessanter Gedanke wachsender Transparenz.

Die Gestaltungen entlang und östlich der B8 bleiben entwicklungsfähig.

Insgesamt eine mutige, eine dynamische, eine umsetzbare Skulptur, die Freiräume für den wechselseitigen Austausch zwischen Chemiepark und Stadt schafft und die Zusammenarbeit von Chemiepark und Stadt kulturell bekräftigt.


  Leverkusen – Stadt im Fluss + +

   Björn Mierau

  Rheinisch Westfälische
  Technische Hochschule Aachen

Vision: Das Konzept basiert auf der Vision verschiedene Räume der Leverkusener Stadtlandschaft durch ein "Landschaftsband" mit städtebaulichen und nutzungsbezogenen Instrumenten zu verbinden. Diese Idee hat einen stadtteilbezogenenen räumlichen Ansatz, der aufgrund der Heterogenität des Plangebietes in vollem Umfang begründet ist.

Methodik: Die Analyse der zur Verfügung stehenden Flächen im Werk einerseits und der fehlenden Darstellungsmöglichkeiten für Firmen im Chemiepark anderseits ist zutreffend. Als vereinendes Element werden vorhandenen Qualitäten (Dhünn-Aue, LAGA, Carl-Duisberg-Park) aufgenommen und mit neuen Freiräumen und baulichen Nutzungen verbunden. Diese Methodik ist durch Teilentwürfe, Leuchtturmprojekte und einen Rahmenplan anschaulich präsentiert. Durch die einzelnen Bausteine wird auch eine über Jahrzehnte laufende Realisierungsphase ermöglicht.

Konzept: An der Schnittstelle zwischen der Wiesdorfer Bebauung und dem Werksgelände werden Grünentwicklungen, Wegeverbindungen und gastronomische Nutzungen vorgeschlagen. Als neuer Nukleus für wirtschaftliche Aktivitäten im Chemiepark plant der Verfasser einen Gebäudekomplex, den er ChemCom-Gebäude nennt. Dieser Standort bietet sich als verfügbarer und unbelasteter Standort sehr gut für eine hochwertige Nutzung und als bauliche Präsentationsfläche an. Bebauung wie auch landschaftliche Modellierung stellen ein neuartiges Element dar. Diese städtebauliche Großfigur kann nur in einem Schritt realisiert werden. Daher stellen sich hier hinsichtlich der Finanzierbarkeit enorme Anforderungen an den zukünftigen Investor.
Im Süden wird über eine Aufwertung des Carl-Duisberg-Parks und einen Brückenschlag (Hängebrücke) über die Gleise eine funktionierende Anbindung an die Grünflächen auf Kölner Gebiet aufgezeigt.
Die zeichnerischen Darstellungen entsprechen weitgehend den vom Auslober genannten Erwartungen.

Ort: Die Aufgabenstellungen "Werksanbindung an Wiesdorf" und neue Nutzungsmöglichkeiten an der B8 werden überzeugend gelöst. Demgegenüber werden zu den Entwicklungen innerhalb des Werksgeländes und zur Öffnung dessen bestehender baulicher Abgrenzung kaum bzw. keine Lösungsansätze genannt.


  Erneuerbare Rohstoffe –
  Startschuss für die Zukunft + +

   Christina Alff / Ilka Rosenthal

  Städtebau Masterstudiengang
  Nordrhein Westfalen

Die Arbeit "Erneuerbare Rohstoffe – Startschuss für die Zukunft" von Christina Alff und Ilka Rosenthal greift die laufenden Veränderungen des Chemiestandortes Leverkusen auf und macht futuristische Vorschläge für eine zukünftige Nutzung zu einem integrierten Chemie-Standort. Die Entwicklung von Teilen des Areals für die Herstellung von erneuerbaren Rohstoffen (grüne Chemie) ist fraglich, die planerischen Ansätze sind jedoch visionär und gut hergeleitet.

Eine Gestaltungsachse Nord-Süd (kreative Nutzung  "Achse der jungen Wilden") und Ost-West teilen das Industriegebiet in drei Teile. Der klassischen Chemie wird eine Kernfläche zugeordnet. Daneben gibt es eine Fläche für Forschung und Technologie und einen Bayer Campus mit Headquarter-Streifen. Der Carl-Duisberg-Park soll sich zum Rhein erweitern.

Eine bauliche Betonung der Stadt-Werksgrenze wird vorgeschlagen, aber nicht vertieft. Die Nutzungsvorschläge für die "Achse der jungen Wilden" – vorgeschlagen wird eine Bebauung in Container-Bauweise – zeigt beispielhaft variable Nutzungsmöglichkeiten. Das Preisgericht vermisst eine architektonische Interpretation der vorgeschlagenen Gebäudetypen.


DIE BELOBIGUNGEN

Die Arbeiten "Hochhaus W1" und "Legenden", die nicht zur Wertung zugelassen wurden, werden folgendermaßen beurteilt:


  Hochhaus W1 + + + + + + + + +

   Franziska Hoffmann

  Kunsthochschule für Medien Köln

Die Verfasserin wirft in ihren eindringlichen Fotos einen sensiblen Blick auf die ehemalige Konzernzentrale in ihren außen- und innenräumlichen Wirkungen. Die für die Präsentation ausgewählten Fotografien sind nahezu melancholische Momentaufnahmen – Atmosphären eines Schwebezustandes zwischen altem Nutzungsbehalt, drohendem Abriss und beginnendem Leerstand.
Das Preisgericht würdigt die hohe künstlerische Qualität der Fotografien, vermisst allerdings ein unmittelbares Eingehen auf die im Wettbewerb gestellten Aufgaben.

Es entscheidet in einem Informationsrundgang, die Arbeit aus dem Verfahren zu nehmen und gesondert mit einer durch die Bayer AG unterstützen Ausstellung zu honorieren.


  Legenden + + + + + + + + + +

   Angélique Dubois

  Kunsthochschule für Medien Köln

Die Arbeit "Legenden" besteht aus einem Filmplakat, einem Filmtrailer und einer erläuternden Präsentation. Die Vision Stadt 21 wird als umgekehrtes Entwicklungsszenario im Genre eines Western-Filmes dargestellt. Angst und Schrecken vor dem Ende der Arbeit im Bayerwerk sind stellvertretend durch bekannte Filmszenen und –musiken konterkariert und emotional pointiert.

Die Arbeit wird aus Gründen der Unvergleichbarkeit hinsichtlich der Vorgaben im Wettbewerb aus der Wertung herausgenommen und ausdrücklich für ihre Grundidee und deren Anriss gewürdigt. Eine weitere Bearbeitung durch die Autorin wird nachdrücklich empfohlen mit dem Ziel, "Legenden" als Kurzfilm herauszubringen und sich an den entsprechenden Wettbewerben (Oberhausen) zu beteiligen.



Die Sitzung der Jury endet am Dienstag, 8. Mai 2007, um 17.30 Uhr.