Perforierte Stadt: -40 / +10
Leipzig
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Neue Nachbarn

Max NEUPERT

 
Hochschule für Kunst und Design, HALLE, Burg Giebichenstein
Fachbereich Kunst und Medien



Mein Vorschlag fußt auf der Feststellung, dass eine Diskrepanz zwischen den tatsächlichen Problemen und der "gefühlten" Situation im Stadtteil Volkmarsdorf besteht.

Durch die Ausdünnung der Bevölkerungsdichte in den Gründerzeitgürteln um die traditionellen Stadtkerne entsteht bei den dort verbliebenen Bewohnern das Gefühl an einem unattraktiven Ort übrig zu bleiben. Leerstand und Verfall weckt Ängste, weniger Bewohner bedeuten weniger Lebendigkeit und ein lockereres soziales Gefüge in der Nachbarschaft.

Dagegen ist der Bauliche und Infrastrukturelle Zustand der betroffenen Gebiete meist gut. Es handelt sich also um ein visuelles Problem, weichem ich mit einer visuellen Lösung begegne.

Einzelne (leere) Häuser im Straßenbild werden zur Projektionsfläche eines Live-Bildes eines anderen Hauses in einer anderen Stadt. Es entsteht so eine mediale, vermittelte, neue Nachbarschaft

Da das gegenüberliegende Haus als Vorlage für eine Projektion gegenüber des Aufgenommenen Hauses in der anderen Stadt dient, entsteht Interaktion: die Bewohner von Volkmarsdorf können nach Kairo, Chicago oder Leipzig-Süd sehen und grüßen - so wie ihnen die Welt zusieht und ihnen ein Spiegel- und Vor-Bild sein kann.



Urteil der Jury:

In dieser Arbeit soll die Welt in dieses Viertel gebracht werden -- durch die pfiffige Projektion von Alltagsszenen aus anderen Städten auf die leerstehenden Häuser.