Perforierte Stadt: -40 / +10
Leipzig
 
 
 
 
 
 
 
 

 

.dorfstadtwas

Olaf MUMM, Ralf STIER, Fränzi WALTHER

"Zweiter Preis"
Bauhaus-Universität, WEIMAR
Fachbereich Städtebau



.dorfstadtwas trägt der zunehmenden Individualisierung der Gesellschaft in Deutschland und Europa Rechnung. Der Einzelne, in seinem wachsenden Bestreben nach Selbstverwirklichung, nutzt immer weniger das Potenzial und die Qualitäten der Stadt. So identifiziert er sich eher mit Ikonographien der Musik-, Bekleidungs- oder Freizeitindustrie, der Stadtwohnort aber ist austauschbar, nicht identitätsbildend. Fehlende Bindung sowie die fehlende öffentliche und private Auseinandersetzung mit Stadt machen es dem Einzelnen leicht, das eigentliche Potenzial der Stadt zu übergehen.

Ursachen hierfür sind komplizierte und unübersichtliche wirtschaftliche und baurechtliche Rahmenbedingungen und damit die fehlende Möglichkeit, seine Stadt zu gestalten und sich über Architektur darzustellen und zu verwirklichen.

.dorfstadtwas unternimmt den Versuch diesen Tendenzen auf künstlerisch-experimentelle Weise gerecht zu werden und somit die Stadt zu stärken.

.dorfstadtwas bedient sich einer Zweiteiligkeit, die nur in ihrer Gesamtheit funktioniert.


_die konsumierende Komponente:

das Einbeziehen verschiedenster Medien, um Stadt publik zu machen, zu informieren, ins Bewusstsein zu rufen, mit Hilfe neuer Marketingkonzepte: über Internet, Großflächenplakate, Radio, Presse, Flyer, Info-Aktionen in der Innenstadt, etc.


_die produktive Komponente:

die Idee einer neuen Organisationsstruktur von Bauen und Leben in der Stadt werden in einem Modellversuch mittels Workshops, einer Internetplattform und spezieller Publicity-Aktionen hinterfragt und ausgetestet.



Urteil der Jury: "Zweiter Preis"

Die Arbeit dorfstadtwas schlägt eine von den Bearbeitern bereits in den letzten Wochen in Leipzig sehr erfolgreich praktizierte Marketingstrategie vor, mit der die öffentliche Diskussion über das Stadtviertel befördert wurde. Als zweites Element sind anschließde Planspiele mit Akteuren und Bewohnern vorgesehen, die in der Form von workshops angeboten werden. Beide Verfahren sollen dazu dienen, die Bewohner des Viertels zur Mitgestaltung der Stadt zu animieren - was ihnen sonst in der normalen Stadtplanung nicht möglich ist.

Kritisch ist anzumerken, dass unklar bleibt, was der Inhalt des Planspiels ist und dass sich dieses eher auf den Neubau als auf die Problematik der schrumpfenden Städte bezieht.