Perforierte Stadt: -40 / +10
Leipzig
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Bausteine

Kerstin KUNZE, Katrin GIESECKE

"Zweiter Preis"
Hochschule für Technik und Wirtschaft, DRESDEN, [HTWD]
Fachgebiet Städtebau und städtebauliches Entwerfen
Fachgebiet Freiraumplanung




Innerhalb des festgelegten exemplarischen Streifens wurden verschiedene Situationen definiert wie z.B. Gründerzeitbebauung an einer Brache, stark frequentierte Verkehrsstraße oder Gründerzeitblockbebauung. Für jede dieser Situationen wurden zwei bis zehn Bausteine entwickelt, die so allgemein gehalten sind, dass sie auch in anderen Stadtteilen oder in jeder anderen Stadt eingesetzt werden können. Je nach Einsatzort und Umgebung wird der einzelne Baustein individuell entwickelt bzw. mit konkreten Inhalten gefüllt. Die Entwicklung und Auswahl der Bausteine soll mit Hilfe von Bürgern und Anwohnern geschehen. An einem Puzzle kann beispielhaft mit den Bausteinen gespielt werden, bis eine für alle zufrieden stellende Gestaltungsvariante entstanden ist. Wir haben durch dieses Puzzle drei Varianten entwickelt und uns für zwei verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten entschieden, die sich auf den oberen Bereich des Streifens beziehen. In diesen Varianten wurden die eingesetzten Bausteine mit Ideen gefüllt. Es soll keine Gestaltung vorgegeben, sondern ein Prozess angeregt werden, der die Auseinandersetzung mit dem eigenen Stadtteil auslösen und zu eigenen Ideen und Meinungen anregen soll. Es könnten Angebote in Form von Werbeprospekten entstehen, die Investoren anlocken oder auch Anregungen für private und öffentliche Hausbesitzer darstellen. Unsere Vision ist eine "gemischte" Stadt, in der alle soziale Schichten, alle Generationen und alle Kulturen miteinander bzw. nebeneinander leben und arbeiten können.



Urteil der Jury: "Zweiter Preis"

Die Arbeit stellt nach sorgfältiger und zutreffender Problemanalyse einen systematisch aufgebauten, durchaus realitätsbezogenen Planungsansatz dar. An Stelle von städtebaulichen Konzepten oder Masterplänen wird ein Puzzle aus "Bausteinen" erzeugt, dessen Inhalt sich nicht (nur) durch Planung, sondern in einem kommunikativen Prozess aus wenigen Vorgaben in "Situationen" des Plangebiets konkretisieren soll. Mögliche Formen dieses Prozesses wie Fraktionieren, Perforieren und Einfrieren werden anschaulich dargestellt.

Weniger überzeugend sind die als Möglichkeiten gedachten Inhalte, die teilweise nicht besonders originell in schon Bekanntem verharren.