Perforierte Stadt: -40 / +10
Leipzig
 
 
 
 
 
 
 
 

 

diskret

Sven GRÜNE, Eva DUBAU, Franziska HUSTER, Manuela BARTHEL

"Erster Preis"
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur, LEIPZIG, [HTWK]
Fachbereich Städtebau und Entwerfen


Abstract

Aus der unmittelbaren Annäherung an das Gebiet über Beobachtungen, Straßengespräche und Interviews hat sich eine andere Wahrnehmung des Gebietes ergeben.

Bestimmte Orte und Situationen werden durch Umdeutung für eine neue Lesart sichtbar gemacht.




diskrete stadt

I wir erleben den straßenraum, die blockstruktur, den privatraum der wohnungen
und einen dritten raum

II wir lesen eine struktur
es bilden sich gegensätze
es ergeben sich übergänge

wir definieren einen sich auflösenden raum
einen geklammerten raum
einen geschlossenen raum

III wir fragen, wir hören vor ort
wir erfahren von wohlempfinden, zurückgezogenheit, feststellungen der
veränderungen

IV wir suchen die sprache des ortes
es ist die diskrete stadt


sie

erkennt den rückzug aus dem öffentlichen raum an
bestreitet die ständig in bewegung befindliche stadt
sucht nach anderen, ungenutzten möglichkeitsräumen

V diskret wird verstanden
im sinne von/ als unauffällig taktvoll abgegrenzt vereinzelt
zerfallen in einzelheiten

der diskrete bereich strebt in endlichen intervallen gegen den privaten raum und
den ekstatischen raum

wir finden ansätze der diskreten stadt im orientalischen bereich wieder
die analogie der orientalischen stadt liefert das bild der abgrenzung, verdichtung
und vereinzelung

parallel dazu kristallisieren sich drei miteinander verknüpfbare möglichkeiten der
bearbeitung verschiedener situationen heraus

transformation einfügung raumbildung

VI transformation

ort 130 der blick durch oder auf eine nische, lücke und die nutzung dieser
situation, das schaffen einer neuen situation durch wegnehmen
ort 101 der blick auf den geklammerten raum, dessen möglichkeit als
aufenthaltsraum kenntlich gemacht wird

VII einfügung / 0

ort 109 erkennen von flächen in die elemente, die räume teilen und
unterschiedliche bereiche schaffen, eingefügt werden schaffen
ort 115 erkennen eines verschachtelten, räumlichern gebildes, welchem durch
einfügungen neue räume gegeben werden bzw. vorhandene erst
kenntlich gemacht werden

VII die raumbildung / +15

ort 120 einzelne körper, die in den sich auflösenden raum gestellt werden

ort 107 räumliches gebilde an dem weitergebaut wird und zu einem
weiterwachsenden körper wird




Urteil der Jury: "Erster Preis"

Das Projekt zeichnet sich durch das überzeugende Aufzeigen eines anderen möglichen Blicks auf die schrumpfende Stadt aus. Eine neue Lesart als diskrete Stadt im Sinne von unauffällig, taktvoll und abgegrenzt ermöglicht die Umdeutung von Orten und Situationen. Durch minimalistische künstlerische Interventionen unter Einsatz der Mittel Transformation, Einfügung und Raumbildung werden Räume durch Entwicklung von Intimität, Abgeschiedenheit sowie Einschränkung der allgemeinen Zugänglichkeit umgewertet.

Kritisch beurteilt wurde der konstruiert wirkende Verweis auf die Vorbildfunktion des orientalischen Städtebaus.