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Leipzig
 
 
 
 
 
 
 
 

Eine Auswahl von Preisträgern im Bereich LITERATUR:

Heinrich Böll 1953
LITERATUR-NOBELPREIS 1972


Ingeborg Bachmann 1955


Paul Celan 1957


Hans-Erich Nossack 1957

[Zitat aus: "Die Schalttafel"
geschrieben 1949/50
hier zitiert nach "Die Erzählungen"
Suhrkamp Verlag Frankfurt M. 1987
S. 422, ab Zeile 14]


Günter Grass 1958
LITERATUR-NOBELPREIS 1999


Nelly Sachs 1959
LITERATUR-NOBELPREIS 1966


Ernst Jünger 1960

[Zitat aus: "Gläserne Bienen"
Ernst Klett Verlag Stuttgart 1957,
11.-14. Tausend
S. 50 letzter Absatz]


Hans Bender 1961


Wolfgang Koeppen 1961


Albert Paris Gütersloh 1963


Marie Luise Kaschnitz 1964


Arno Schmidt 1965


Thomas Bernhard 1967


Elias Canetti 1971
LITERATUR-NOBELPREIS 1981


Barbara Frischmuth 1975


Rose Ausländer 1978


Günter Kunert 1980


Anne Duden 1984


Christoph Ransmeyer 1986


Günter de Bruyn 1987

[Zitat aus: "Zwischenbilanz
- Eine Jugend in Berlin"
S. Fischer Verlag Frankfurt/M. 1992
S. 295 mittlerer Absatz]


Oskar Pastior 1988


Robert Schindel 1989


Friederike Mayröcker 1989


Thomas Kling 1991


Robert Menasse 1992


Günter Herburger 1992


Edgar Hilsenrath 1994


Kathrin Schmidt 1997


Rafik Schami 1997


Daniel Kehlmann 1998


Volker Braun 1998


Michael Lentz 2002


Katrin Röggla 2003


Dimitré Dinev 2004


Dieter Forte 2004


Walter Kempowski 2005



Projektförderungen

Berlin-Stiftung für Literatur und Sprache 1961-1964

Video Werkstatt für das Literarische Colloquium Berlin 1989

Übersetzungsprojekt
"Prosa-Anthologien des
20. Jahrhunderts"
– seit 1987:

  • türkische Literatur
  • bulgarische Literatur
  • georgische Literatur
  • arabische Literatur
  • slowenische Literatur




 
 
 

H.Böll


Was weiß ich von der entsetzlichen Langeweile der Frauen? Von ihrer Enttäuschung über allzu billige Beute? Was weiß ich von dem Überdruß eines Wesens, das seinen Leib als Spieleinsatz auf den Tisch legen muß, um begehrt zu werden? Das sich der Plage unterzieht, seinen Wuchs durch hohe Absätze an den Schuhen um ein paar Zentimeter höher erscheinen zu lassen, nur um schön gefunden zu werden? Und von wem? Keine Frau findet sich schön, wenn sie für sich ist; das ist nicht von ihr erfunden. Und was weiß ich von der zermürbenden Aufgabe, dies Dasein beherrschen zu müssen, ohne es merken zu lassen? Anonym, ja, vorbildlich anonym!
H.E.Nossack

G.Grass


N.Sachs


Das Ganze war von gediegener Nüchternheit, nicht prächtig, aber Leben ausströmend. Das galt vor allem für die Kunstwerke. Ich hatte mitunter Gelegenheit gehabt, berühmte Bilder und Statuen, wie man sie nur von den Kalendern oder aus Museen kennt, in Häusern schnell reich oder mächtig gewordener Männer anzusehen. Der Anblick enttäuschte, weil sie ihren Ausdruck, ihre Sprache verloren hatten wie Vögel, die Gesang und Glanz einbüßen, wenn man sie in einen Käfig sperrt. Ein Kunstwerk leidet, verblaßt in Räumen, in denen es einen Preis hat, aber keinen Wert. Es kann nur leuchten, wo es von Liebe umgeben ist. Es muß in einer Welt verkümmern, in der die Reichen keine Zeit und die Gebildeten kein Geld haben. Doch nie stimmt es erborgter Größe zu.
E.Jünger

E.Canetti


B.Frischmuth


Dieser erste (Kommunist) also erzählte mir, als ich die unbehausten Ostpreußen bedauerte, eine lehrhafte Parabel, deren Quelle (ein sowjetischer Roman? Stalins Gesammelte Werke?) er nicht erwähnte oder die ich vergaß. Die Geschichte, die die Erkenntnis vermitteln sollte, daß rationale Planung besser als Mitleid und Barmherzigkeit sei, handelte von Flüchtlingen, die bei der Rückkehr in ihr zerstörtes Dorf bei eisiger Kälte nur einen Raum noch bewohnbar finden und sich nun fragen, wem der zur Verfügung gestellt werden müßte: den Alten, den Kranken, den Schwangeren? Nein, lautete die richtige Antwort: den Raum erhält der Erbauer der zukünftigen Häuser für alle, also der Organisator, der Planer, der Architekt.
G.de Bruyn