Home: Die Auswahl aller Projekte
Kulturkreis
der deutschen Wirtschaft 
im BDI e.V.







Bitte das Copyright respektieren!



Abstract der Entwurfsidee

Mit der massenhaften Einführung von RFID-Chips wird heute schon jede Ware zum Träger digitaler Information. Wie in der Vergangenheit wird sich zeigen, dass ein neues technisches Medium die bauliche Hülle und räumliche Struktur des Handels nachhaltig verändern und neu positionieren wird. Ohne Telefon und "Datenautobahn" wäre z. B. die moderne Logistik-Infrastruktur der Fachmärkte und Discounter gar nicht möglich. Kennzeichen der RFID-Technologie in Verbindung mit mobilem und billigem Internetzugang ist die Auflösung von räumlicher Abgrenzung. Indem die Ware zum Datenträger wird, wird der "Cyber Space" zum Handelsraum der Zukunft.
Ladengrenzen und Kassenschranken werden obsolet. Die Ware und der Kunde können frei floaten. Das Stützenraster des Shopping Centers Hamburger Straße ist daher die neue Grundfigur des Handelsplatzes. Wir bieten den offenen Innenraum des Centers als eine riesige Shopping-Bühne an, auf der Waren, Verkäufer, Kunden und Schaulustige sich begegnen. Shopping 2.0 heißt: interaktive, individualisierte, nicht hierarchische Handelskultur des Informationszeitalters.




Erläuterung und Begründung der Entwurfsidee

"Denn die Botschaft jedes Mediums oder jeder Technik ist die Veränderung des Maßstabs, Tempos oder Schemas, die es der Situation des Menschen bringt." [Marshall McLuhan]

Wird heute ein Shopping Center gebaut, sei es innerhalb oder außerhalb der Stadt, sind die Konzepte immer die gleichen. Eine große "Black Box", die die Kunden in ihrem Inneren zwischen zwei Ankermietern "gefangen" hält. Doch ist dieses Konzept überhaupt noch zeitgemäß? Haben sich durch den Einfluß des elektronischen Zeitalters unsere Gewohnheiten, unser Verhalten und unser Raumbewußtsein nicht grundlegend geändert? Aktuelle Studien belegen, dass Nutzer virtueller Welten / Online Shopper, sich nicht mehr mit standardisierten Räumen zufrieden geben, die auf ein Maximum an Verkaufsfläche angelegt sind. Denn Viel und Günstig findet sich auch schneller im Netz. Vielmehr wird nach einem Mehrwert beim Einkaufen gesucht. Gewinner dieser Entwicklung wird die innerstädtische Atmosphäre sein. Um bestehen zu können, werden sich die Anforderungen an ein erfolgreiches Shopping Center grundlegend den veränderten Rahmenbedingungen anpassen müssen.

Ein Blick auf die neuen Techniken könnte helfen. Schon jetzt finden sich neben dem Barcode RFID-Chips auf einigen Produkten. Diese optimieren zur Zeit Logistikprozesse und sollen in naher Zukunft unsere Kassen ersetzen. In vielen Bibliotheken ist diese Umstellung schon mit großem Erfolg vollzogen und die kassenfreie Einkaufswelt scheint in greifbarer Nähe. Doch welche Auswirkungen hat das auf den Raum, in dem konsumiert wird? Brauchen wir noch definierte Ein- und Ausgänge, wenn unsere Einkäufe automatisch verbucht werden? Braucht ein Geschäft noch seinen eindeutig abgesteckten Bereich? Und wie muss der Raum beschaffen sein, der diese Aufgaben erfüllt? Ist er vielleicht schon vorhanden und muss nur noch neu definiert werden?

Das in den 1970er Jahren entstandene Shopping Center Hamburger Straße wird den oben beschriebenen Anforderungen in seinem jetzigen Zustand nicht gerecht. Zum einen wegen des starren Mall-Konzepts, zum anderen wegen der starken Abgrenzung zur Außenwelt.

Und doch birgt der Standort sowie die bauliche Substanz des Centers ein enormes Potential!


Ziel unseres Entwurfes ist es, nicht ein "fertiges" Shopping Konzept zu entwickeln, sondern eine zukunftsfähige Plattform zu schaffen, die einen qualitätvollen Raum für kommende Entwicklungen bietet. Dazu verwandeln wir das bestehende Center in eine möglichst offene Struktur und betten diese in einen stabilen städtebaulichen Rahmen ein. Die vorgeschlagene bauliche Verdichtung schlägt die Brücke zwischen den durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg getrennten Stadtteilen. Im Zentrum des wieder verbundenen Stadtteils steht die von allen Seiten zugängliche Einkaufsplattform. Sie bildet eine Bühne für die Shopping 2.0-Erfahrung im kommenden Jahrzehnt.



Pläne und Plakate in großen Formaten






 
 
 
Banko Bankov / Christoph Biedermann / Sven Schneider
Bauhaus-Universität Weimar

"Shopping 2.0"





Kontakt | Impressum | Sitemap