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Abstract der Entwurfsidee
  • Auflösung der extremen Funktionstrennung aus den 60er-Jahren
  • Verlegung des begrünten Mittelstreifens an der Hamburger Straße
    und Umfunktionierung zum Boulevard
  • Haupterschließung des Einkaufszentrums über das EG
    und klare Wegeführung im Innenbereich
  • Verlegung der Parkmöglichkeiten und Anlieferungswege ins UG
    unter den neu angelegten Boulevard entlang der Hamburger Straße
  • Schließung der derzeitigen VerbindungsStraßen zwischen
    Hamburger Str. und Bostelreihe als Durchfahrtsstraße für den Hauptverkehr
  • Schaffung eines Marktplatzes als Stadtteil-Treffpunkt
  • Auflockerung der homogenen Erscheinung des Gebäudekomplexes
    zur Hamburger Str. durch Ergänzungsbauten mit Unterbrechungen im
    Rhythmus der bestehenden Hochbauten
  • Ergänzung durch Gewerbebauten an der Hamburger Straße
  • Im Bereich der Bostelreihe Erweiterung der Ladenflächen im EG
    und 1.OG und Aufstockung durch Wohnbebauung
  • Umnutzung der Dachflächen als begehbare Dachgartenlandschaft

Erläuterung und Begründung der Entwurfsidee

Das Einkaufszentrum an der Hamburger Straße gehört zu jenen monostrukturellen Solitären aus den 60er-Jahren, die eine strikte Trennung der Funktionen des städtischen Lebens vorsahen.

Es wirkt wie eine unzugängliche Insel, verschlossen, ohne Anknüpfung an sein Umfeld und monoton in seiner äußeren Erscheinung über eine enorme Länge von ca. 560m Länge.

Der Entwurf "Markt_Lücke" sieht vor, die bestehenden Baukörper des Einkaufszentrums weitgehend zu erhalten und zu erweitern, Potentiale aus der Umgebung zu verstärken und in die Revitalisierung einfließen zu lassen. Hierbei ist zu unterstreichen, dass der Gebäudekomplex in diesem Entwurf nicht nur als Einkaufszentrum, sondern mit Einbindung des Mundsburg Centers als Stadtteil-Zentrum gesehen wird.


In den Entwurf einfließende Potentiale

Der begrünte Mittelstreifen an der Hamburger Straße, der bisher ungenutzt als Barriere zwischen den jeweils vierspurigen Fahrtrichtungen liegt, wird direkt an den Komplex verlegt.

Diese Verlegung macht es möglich, den Anlieferungsverkehr unterirdisch auf der Seite der Hamburger Straße entlang zu führen und ebenso unterirdisch über zwei Geschosse die Parkplätze unterzubringen, die sich derzeit auf der Dachfläche des Einkaufszentrums und in dem Parkhaus an der Bostelreihe befinden.

Dadurch werden die Durchfahrten für den Kundenverkehr zur Bostelreihe, die den bestehenden Komplex vom Mundsburg Center und auf Höhe der Heitmannstraße und Richardstraße trennen, überflüssig.

Hier werden verkehrsberuhigte Durchfahrten angelegt, die für Anlieger und zu eingeschränkten Zeiten für den Lieferverkehr weiterhin frei sind. So wird der Verkehr in der Bostelreihe entsprechend des angrenzenden Wohngebietes beruhigt.

Um der derzeit beengenden, gefährlichen Situation des Fuß- und Radweges Abhilfe zu schaffen, bietet die gewonnene Fläche durch den Grünstreifen zusätzlich genug Raum, um einen breiten, attraktiv gestalteten Fuß- und Radweg auszubauen.

Die bestehende Haupterschließung über das Obergeschoss wird aufgelöst und ins Erdgeschoss verlegt, um eine übersichtlichere Wegeführung zu schaffen.

Der Grünzug der Park- und Spielplatzanlagen oberhalb der Bostelreihe und der Grünzug, der sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Hamburger Straße bis hin zum Eilbekkanal erstreckt und auch in dem Entwurf von BRT "Wohnen an der Finkenau" einbezogen ist, bilden ein weiteres Potential.

In dem Bereich, in dem diese beiden Grünachsen auf das Gelände des Einkaufszentrums treffen, wird eine Freifläche geschaffen, um dort einen Marktplatz entstehen zu lassen — die den Entwurf prägende "Markt_Lücke".

Dieser Marktplatz erweitert das Shopping-Angebot um Wochenmärkte, Flohmärkte, Antikmärkte etc.


Hauptsächlich soll dieser öffentliche Platz die Identifikation des Ortes als Stadtteil-Zentrum stärken, dadurch dass er durch umliegende Cafés, andere Gastronomien und Stadtteil-Veranstaltungen als vollzeitiger, von den Öffnungszeiten des Einkaufszentrums unabhängiger Treffpunkt dient und das Quartier belebt.


Weitere Maßnahmen

Auf der Seite der Hamburger Straße entstehen siebengeschossige Kopfbauten — in Anlehnung an die Gebäudehöhe des Entwurfes von BRT "Wohnen an der Finkenau" — mit Unterbrechungen im Rhythmus der bestehenden Hochbauten, die deren Adresse akzentuieren und die derzeitige homogene äußere Gebäudestruktur auflösen und gleichzeitig eine blockrandartige Struktur schaffen, die den Straßenraum definiert.


In diesen Gebäudeerweiterungen werden in den unteren Geschossen die Ladenflächen ergänzt. Die oberen Geschosse sind für Büro- und Dienstleistungsgewerbenutzungen vorgesehen.

Auf der Seite zur Bostelreihe und der angrenzenden Wohnbebauung hin wird das Parkhaus entfernt, die Ladenflächen zweigeschossig ergänzt und durch dreigeschossige Wohnbebauung aufgestockt.

So entstehen drei Blöcke zwischen dem Mundsburg Center und dem neuen Marktplatz, an den ein weiterer Block in Richtung der U-Bahnstation Hamburger Straße anschließt, der die Ecke an der Kreuzung Hamburger Straße/ Adolph-Schönfelder-Straße definiert.

Diese Blockstrukturen schaffen Innenhof ähnliche Dachflächen, die durch das Oberlicht der Passage des Einkaufszentrums getrennt werden. Diese Dachflächen sollen zu Dachgärten und Aufenthaltsräumen gestaltet werden und für die Berufstätigen, die Besucher und Anwohner nutzbar sein.


Die Passage des Einkaufszentrums verläuft mittig, parallel zur Hamburger Straße. Sie wird in Abständen durch Atrien unterbrochen, die den Raum weiten und für thematische Abwechslung sorgen.

Ein Haupteingang befindet sich gegenüber dem Mundsburg Center, das in diesem Entwurf mit einer direkten Weganbindung an diesen Eingang gekoppelt ist, und ein zweiter in direktem Anschluss an den Marktplatz. Des Weiteren gibt es Nebeneingänge, die im Bereich der beiden quer stehenden Hochhäuser liegen und auf den Boulevard führen.

Der Block Hamburger Straße/Adolph-Schönfelder-Straße wird zwischen Markt und Kreuzung über Arkaden entlang der Hamburger Straße erschlossen. Dies garantiert eine vom Shopping Center unabhängige Nutzung, vor allem in Bezug auf die Öffnungszeiten und trägt so zusätzlich zum Beleben des Marktplatzes bei.

Im Rahmen der Nutzungsdurchmischung sind Erweiterungen durch ein Ärzte- und Rehazentrum, Spa- und Fitnessbereiche, Studios, Bildungs- und Kultureinrichtungen usw. geplant, um ein weitreichendes Angebot für verschiedene Zielgruppen zu bieten.

Um dies zu gewährleisten wird auf eine möglichst flexible Bauweise geachtet.

Über ein detailliertes Energiekonzept kann an dieser Stelle nur spekuliert werden, da ein optimales Konzept auf einer fundierten Berechnung basieren müsste.

Grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass Shopping Center heutzutage die reinsten Energievernichter sind, zum einen durch die große Anzahl an Scheinwerfern mit enormen Watt-Zahlen, zum anderen durch die großen Kühlanlagen, die die [zum Großteil durch die Lampen entstehende] Wärme im Inneren des Centers herunterkühlen müssen.

Da sparsame, leuchtstarke und vor allem farbneutrale LED-Techniken noch in den Anfängen ihrer Entwicklung stecken, wird hier vom Ist-Zustand eines derzeitigen Shopping Centers ausgegangen.

So kann es auf Grund des Bauvolumens und der Nutzungsmischung sinnvoll sein, mit einer Kraft-Wärme-Kopplung[KWK] zu arbeiten, um das Shopping Center mit Energie und vor allem die Wohn- und Büroeinheiten mit Wärme zu versorgen.

Eine andere Möglichkeit oder Kombination mit der KWK wäre die Installation von Erdwärmesonden mit einer Sole/Wasser-Wärmepumpe im Zuge der Verlegung des Grünstreifens [Gehweg Hamburger Straße]. Durch das Verwenden von Kapillarrohrmatten könnte das Gebäude auf diese Weise temperiert werden oder in Verbindung mit einem Wärmetauscher über die Zu- und Abluft der RLT-Anlage (RaumLuftTausch) gekühlt [Sommerfall] bzw. beheizt werden [Winterfall].



Pläne und Plakate in großen Formaten












 
 
 
René Schirrmeister / Katharina von Cieminski
Universität Hannover

"Markt_Lücke"





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