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Abstract der Entwurfsidee

Handel ist Wandel: Die Vitalisierung des Handelsplatzes Hamburger Straße wird Schritt für Schritt über die Urbanisierung der Architektur, des städtebaulichen Kontextes und vor allem der Handelskultur erfolgen: Der sperrige, monolithische, ortsfremde Baukörper, der alles Leben nach Innen saugt, macht Platz für ein urbanes Raum- und Nutzungsgewebe, das die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts ökonomisch, sozial und kulturell als Aktionsbasis braucht. Der Standort wird vom Shopping-Center zum Stadt-Quartier umgebaut. Aus der Baukultur des "Internationalen Stils" mit dem entsprechend austauschbaren Handelsstil, wächst schrittweise bis 2025 und darüber hinaus unverwechselbar ein typisch Hamburger Stadtteilzentrum.

Das Leitbild der Europäischen Stadt gilt für Stadt und Handel gleichermaßen: Im Mittelpunkt der Maßnahmen steht wieder der öffentliche Raum mit "Place Making"-Attributen entlang Kanälen, in Straßen- und Wegräumen, auf Plätzen und in Grünanlagen. Einzelhandel, Dienstleistungen, Wohnen, Arbeiten, Bildung, Freizeit werden kleinteilig gemischt. Auf die immer weiter ausdifferenzierte Gesellschaft mit immer individuelleren Bedürfnissen reagiert der großflächige Einzelhandel mit einem Höchstmaß an räumlicher, organisatorischer, funktionaler und ästhetischer Flexibilität. Der Wandel ist Programm: Unser Shopping-Anker ist der hochwertig gestaltete öffentliche Raum! Zusammengehalten wird dieser absehbare Vitalitätsprozess von der Permanenz des städtebaulich klaren, von der Stadt Hamburg nachhaltig geprägten Raumgefüges.


Erläuterung und Begründung der Entwurfsidee

Hamburger Straße — Vom Einkaufszentrum zum Stadtteilzentrum


Die Strategie

In drei Schritten — 2015, 2025 und 2035 — soll das Einkaufszentrum Hamburger Straße in ein Stadtteilzentrum verwandelt werden. Handel, Architektur und Städtebau bilden die Bausteine, die die Umwandlung in ein nachhaltiges Gewebe ermöglichen sollen. Dabei wird ein für Hamburg typischer Ort entstehen, dessen Programmierung dem Code der Europäischen Stadt folgt, die vom mittelalterlichen Beginn an immer eine Handelsstadt war!



Das Leitbild


1. Öffentlicher Raum

Die prägende Besonderheit Hamburgs ist der enge und vielfältige Bezug zum Wasser. Nicht nur in direkter Umgebung der Elbe, sondern auch durch Kanäle ist dies in der gesamten Stadt spürbar.

Das neue Stadtteilzentrum verfügt daher über eine neue Kanalanbindung und einen neuen kleinen Hafen als Mittelpunkt. Abwechslungsreich gestaltete Aufenthaltsbereiche entlang den Uferzonen laden zum Verweilen ein. Der öffentliche Raum wird zum Rückgrat des StadtQuartiers Hamburger Straße.

Die bestehenden grünen Achsen und Verbindungen der Stadt werden aufgenommen und städtebaulich inszeniert. In dem Areal des ehemaligen Einkaufszentrums entsteht ein Freiraum-Knotenpunkt zum Verweilen. Wasser und Grün bilden ein feinmaschig erlebbares ökologisches Netz im urbanen Raum.


2. Place Making: Neue Orte braucht die Stadt

Eine Neuinterpretation des Einkaufszentrums als Zusammenspiel vergleichsweise kleinteiliger Baukörper lässt eine neue Form des Shopping mit unterschiedlichen Nutzungen zu. Die Funktionen Wohnen und Arbeiten finden zusammen mit Aufenthalt und Kultur ein neues Zuhause in dem Stadtteilzentrum. Die Hamburger Straße wird zu einer lebendigen Straße für Fußgänger. Der Mittelstreifen wird nach historischem Vorbild neu bebaut.


3. Flexibilität und Dynamik

Vorteil der Neugliederung des Bestandes ist eine frei wählbare Bespielung der entstehenden Flächen. Mit der Vorgabe von kleinformatigeren Raumeinheiten kann eine sich den Ansprüchen der Zeit anpassende Nutzung erfolgen. Diese neue Struktur kann auf die absehbare Beschleunigung von Veränderungsprozessen schnell reagieren.


4. Lebendigkeit und Vielfalt

Nutzungsmischung beflügelt Urbanität nach dem Vorbild Europäische Stadt am Standort Hamburger Straße. Menschen unterschiedlicher Kulturen, Generationen und Nationen bekommen die Chance, eigene Existenzen zu gründen. Der Vielfalt individueller Bedürfnisse folgen kommerzielle Angebote im neuen StadtQuartierShopping Hamburger Straße.


5. Gesellschaft und Integration

Die Stadtteilmitte Hamburger Straße soll den Bewohnern der Viertel Barmbek und Uhlenhorst eine gemeinsame Mitte bieten. Die Öffnung des Standortes soll die Identifikation der Bewohner mit dem Ort erreichen. Dem Ausschluss verschiedener Generationen und Gesellschaftsschichten soll städtebaulich und durch eine neue Kultur des Shopping entgegengewirkt und eine Integration gestärkt werden. Die Hamburger Straße wird zu einem Vermittler zwischen zwei Quartieren.

Das StadtQuartierShopping Hamburger Straße wird zu einem attraktiven Treffpunkt und Wirtschaftsstandort.

Die Stadtteilmitte verkörpert ein neues Einkaufskonzept, das den zukünftigen Ansprüchen des Individuums und der Gesellschaft gerecht werden soll.




Der Rahmenplan und seine Entwicklungsphasen


1. Entwicklung bis 2015

Phase I der Kanalerweiterung als Stich vom Eilbek-Kanal bis hin zum Einkaufszentrum.


Umwandlung der hoch frequentierten Hamburger Straße am Standort des neuen StadtQuartierShoppings in eine Fußgängerzone.

Der Verkehr wird über Kreisverkehre entschleunigt und auf die Oberalten-Alle verlagert.


Ablösung des funktionsuntüchtigen nordöstlichen Endstücks und Umwandlung in ein Motel.


Aufbau der Mittelzeilenbebauung nach historischem Vorbild zwischen Oberalten-Allee und Hamburger Straße.


Schaffung von Platzsituationen innerhalb des Einkaufszentrums als Keimzellen der öffentlichen Plätze in den weiteren Phasen.

Stärkere Öffnung des Einkaufszentrums durch kleinere Einschnitte.


Stadtteilentwicklung des Planungsareals
Uhlenhorst 6.





2. Entwicklung bis 2025

Rückbau von Gebäuden [Parkhaus, Fitnessclub] zu Gunsten der zweiten Kanalerweiterung.


Phase II der Kanalerweiterung vom Feenteich bis hin zum Einkaufszentrum und Ausgestaltung des kleinen Hafens als Quartiersmitte.

Anschluss des Einkaufszentrums an das Kanalsystem.


Zweite Phase des kleinteiligeren Umbaus des Einkaufszentrums Hamburger Straße.

Rückbau der Überdachung.


Umstrukturierung des Mundsburg Einkaufszentrums in ein Gesundheitshaus/ Servicewohnen mit Wohntürmen mit Blick auf die Außenalster in bester Lage.


Umbau des nordöstlichen Endstücks in ein Hotel- und Kongresszentrum mit Zimmerturm als städtebaulichem Gegengewicht zur Mundsburg.




Gestaltung eines Stadtteilplatzes am kleinen Hafen für Märkte und Veranstaltungen unter freiem Himmel.





3. Entwicklung bis 2035

Umgestaltung der Wohngebiete im Bereich der nordöstlichen Erweiterung und um den Stadtteilplatz.


Umgestaltung der Wohngebiete nördlich des Mundsburg Centers.


Modernisierung des Ernst-Deutsch-Theaters und der Grundschule Humboldtstraße.


Dritte Auflockerung des ehemaligen Einkaufszentrums Hamburger Straße zu einem engmaschigen Gewebe aus öffentlichen Erschließungen und vielfältigen, vergleichsweise kleinteiligen Nutzungen mit weiterhin einheitlichem Management.





Das Fazit


Der hier ausformulierte Ansatz ist ein Ausblick in die Zukunft. Er stellt ein Szenario dar, das unseren Vorstellungen von der Zukunft einer von Individualisierung und Flexibilität geprägten Welt von Handel und Gesellschaft entspricht. Die Bauphasen gewährleisten eine Anpassung an die Bedürfnisse der jeweiligen Zeit, die wir erahnen, aber im Einzelnen nicht kennen. Wir sind davon überzeugt, dass die von uns gewählte Struktur der Stadtteilmitte Hamburger Straße für das Einkaufen in der Zukunft die sowohl wirtschaftlich als auch kulturell adäquate Infrastruktur bieten wird.










Pläne und Plakate in großen Formaten








 
 
 
Alessa Brill / Carl Hartmann / Sophia Lutz
Bauhaus-Universität Weimar

A R C H I T E K T U R P R E I S

"StadtQuartierShopping Hamburger Straße"





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