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Kulturkreis
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H A N D E L  &  W A N D E L

Re-Vitalisierung eines Handelsplatzes in Hamburg

Ein Projekt des Kulturkreises
in Kooperation mit der ECE Projektmanagement
und der Freien und Hansestadt Hamburg
für Studierende der Architektur im Sommersemester 2008

Protokoll der Jurysitzung vom 22. und 23. Juli 2008 in der Hauptverwaltung der ECE Projektmanagement GmbH


Die Sachpreisrichter

Dr. Eckart John von Freyend  IVG Immobilien AG, Bonn
Jens-Ulrich Maier  ECE Projektmanagement G.m.b.H & Co. KG, Mitglied der Geschäftsführung
Prof. Jörn Walter  Oberbaudirektor Hamburg


Die Fachpreisrichter

Jürgen Hillmer  Partner im Büro von Gerkan, Marg und Partner
Prof. Uwe Brederlau  Lehrstuhl Städtebau TU Braunschweig
Gerwin Zohlen  Architekturkritiker, Berlin
Rupprecht Matthies  freier Künstler, Hamburg


Die Jurierung

Beginn der Sitzung am 22. Juli um 13.20 Uhr in der Hauptverwaltung der ECE Projektmanagement GmbH.

Der Vorsitzende des Gremiums, Dr. John von Freyend, eröffnet die Sitzung und dankt der ECE Projektmanagement GmbH für die Kooperation und das großzügige Engagement.
Die Jury stellt sich den Studenten vor.

Es wurden 14 Arbeiten zum Wettbewerb angemeldet. Tatsächlich erschienen jedoch nur 13 Gruppen zur Präsentation ihrer Arbeit. Die geforderten Leistungen wurden von allen Gruppen erbracht.

Die Teilnehmer präsentieren ihre Arbeiten mittels PowerPoint. Jede Arbeit wird von den Entwurfsverfassern in 15 Minuten öffentlich vorgestellt; die Jurymitglieder haben anschließend 10 Minuten Zeit für Fragen.

Dienstag, 22. Juli 2008, 13.20 Uhr – 18.00 Uhr:
Öffentliche Präsentationen der Entwürfe B – J

Mittwoch, 23. Juli 2008, 09.00 – 11.00 Uhr:
Öffentliche Präsentationen der Entwürfe K – N


Die Liste der Wettbewerbsbeiträge / der Teams
in der Reihenfolge der Präsentation

A.   o.T.
Anika Lutz
Universität Hannover [nicht erschienen]

B.   Ein Pfund Bytes, bitte.
      Oder: Wie Alice aus dem
      virtuellen Wunderland
      Kartoffeln auf dem
      Wochenmarkt kauft.

Aleksandra Ciezka / Paloma Montoro
Universität Karlsruhe

C.   Eden —
      das Einkaufsparadies
      Hamburgs

Steve Belli / Andrea Gutterrez
Universität Karlsruhe

D.   Perpetuum Mobile
Victor Bertrán Beascoa / Airam Eloende González Dorta /
Ariadna Mulet Mascarell
Universität Karlsruhe

E.   EKZ Terrassen Hamburg
Stefan Roth
Universität Karlsruhe

F.   Hamburger Promenade
Kati Meyer / Christa Storch / Pascal Wagner
Bauhaus-Universität Weimar

G.   einfach.immer.mehrfach
Mehmet Tarik Beytekin / Ole Frerichs / Lukas Halemba /
Rudolf Klöckner / Sven Lohmeyer / Sophie Naue
HafenCity Universität Hamburg

H.   Markt_Lücke
René Schirrmeister / Katharina von Cieminski
Universität Hannover

I.    Shopping 2.0
Banko Bankov / Christoph Biedermann / Sven Schneider
Bauhaus-Universität Weimar

J.   StadtQuartierShopping
     Hamburger Straße
Alessa Brill / Carl Hartmann / Sophia Lutz
Bauhaus-Universität Weimar

K.   Unbauten
Tim Reinecke / Daniel Wimmer
Hochschule für Künste Bremen

L.   StadtFenster_Hamburg
Sara Walter / Philipp Möhlenkamp
Universität Hannover

M.   Porträt
      eines Handelsunternehmens

Barbara Dévény / Samya Boutros Mikhail / Pia Niewöhner /
Zahra Onsori
Hochschule für Künste Bremen

N.   Urban Sandwich
Lena Tasche / Johannes Brixel
Universität Hannover

Die Präsentation endet am Mittwoch, dem 23. Juli, um 11.00 Uhr.

Anschließend beginnt die Beratung der Jury unter Ausschluss der Öffentlichkeit.


Die Beratung der Jury

Das Preisgericht zeigt sich insgesamt beeindruckt von der außerordentlichen Qualität der eingereichten Arbeiten. Alle Studierenden haben intensiv gearbeitet und sich auf das Planungsgebiet eingelassen. Die Pläne und Modelle sind hervorragend ausgearbeitet; die Arbeiten wurden gut vorgetragen.

Dr. Frucht weist darauf hin, dass üblicherweise im Kulturkreis in den Gremien jeweils zwei Preise, ein erster Preis und ein Förderpreis vergeben werden. Dr. John von Freyend unterstreicht das und bittet die Jury, sich an diesen Vorgaben zu orientieren. Herr Zohlen schlägt vor, ungeachtet dessen noch einen Sonderpreis für künstlerische Arbeiten zu vergeben. Herr Maier begrüßt diesen Vorschlag.
Um die Anforderungen noch einmal im Vorfeld der Bewertung der Jury zu klären, verliest Dr. John von Freyend die Vorgaben.

Ab 11.40 Uhr wird ein erster Besichtigungsrundgang durchgeführt.
Alle Arbeiten werden ausführlich diskutiert.

In einem zweiten Durchgang wird beschlossen die Arbeiten D, F, G, J, K, L und M eingehender und vergleichend zu betrachten. K und M sollen unter künstlerischen, D, F, G, J, L unter architektonischen Gesichtspunkten betrachtet werden.

Ab 13.25 Uhr findet ein dritter Besichtigungsrundgang statt.
Die Arbeit D scheidet aus.

In einem vierten Durchgang scheidet Arbeit F aus.

In einem fünften Durchgang werden die drei übrig gebliebenen Arbeiten [G, J, L] diskutiert. Nach eingehender Diskussion fällt die Entscheidung für Arbeit J als Preisträger und für die Arbeit G als Förderpreisträger. Beide Entscheidungen werden einstimmig gefällt.
Den Sonderpreis als künstlerische Arbeit erhält Arbeit M.

Dieser Vorschlag wird einstimmig angenommen. Die Preissumme in Höhe von EUR 10.000,-- wird folgendermaßen aufgeteilt:

EUR 5000,--
EUR 2500,--
EUR 2500,--



Die Beurteilung der Arbeiten in der engeren Wahl


Der Architekturpreis

J.   StadtQuartierShopping
      Hamburger Straße

Alessa Brill / Carl Hartmann / Sophia Lutz
Bauhaus-Universität Weimar

Die Arbeit besticht durch ihre kühnen Visionen.

Die Autoren ziehen ihre Projektidee weit über das Gebiet der Hamburger Straße in den städtischen Raum hinein. Der städtebauliche Umgriff sowie die zeitliche Dimension der Realisierungsphasen macht diese Arbeit hoch interessant. Die Autoren greifen das Thema "Hamburg – Stadt am Wasser" auf und schlagen vor, einen künstlichen Wasserlauf vom Eilbek-Kanal über die Hamburger Straße bis zum Feenteich und dem Osterbek-Kanal zu führen. Dieses prägende Charakteristikum des Entwurfs gestattet es den Autoren, neben reizvollen architektonischen Ideen am Einkaufszentrum die Weiterentwicklung des Wohnens am Wasser in der Innenstadt mit Leben zu erfüllen.

Die Autoren ordnen die Bebauung an der Hamburger Straße völlig neu. Der städtebauliche Hochpunkt der Türme an der Mundsburg bleibt erhalten und wird durch ein Pendant in Form eines Hotelturmes an der Nordseite der Hamburger Straße ergänzt. Die im Spannungsfeld zwischen diesen beiden Punkten liegende städtebauliche Struktur wird neu geordnet und maßstäblich in das bestehende Umfeld eingefügt. Begleitet wird dieser komplexe Eingriff durch eine Zusammenführung der Hamburger Straße und der Oberaltenallee, wobei dadurch der heute ungenutzte Raum zwischen beiden Straßen einer sinnvollen Nutzung zugeführt wird. Gleichzeitig werden Grünzüge am Objekt und durch den Komplex in Weiterführung der vorhandenen Grünanlagen geführt.

Das gewonnene Grundstück wird genutzt, um das Einkaufszentrum zu verdichten, mit zusätzlichen Nutzungen zu ergänzen und urbaner zu gestalten. Zwei parallele Einkaufsstraßen ergänzen sich gegenseitig und werden stark differenziert gestaltet. Die Einbeziehung des Wassers als Grundthema schafft hierbei die Möglichkeit, interessante Verweilzonen, Plätze und Hafenbecken geschickt in die Neubebauung zu integrieren. Das vorhandene Parkhaus wird ersetzt durch eine unterirdische Tiefgarage entlang der Hamburger Straße.

Die neue Baustruktur lässt einen hohen Nutzungsmix von Handel, Büro und Wohnen zu und unterstützt dabei die hohe Attraktivität des neuen städtebaulichen Quartiers.

Insgesamt handelt es sich um eine hochklassige Arbeit, die es lohnt, als Grundlage langfristiger Entwicklung des Planungsgebietes betrachtet zu werden.


Der Förderpreis

G.   einfach.immer.mehrfach
Mehmet Tarik Beytekin / Ole Frerichs / Lukas Halemba /
Rudolf Klöckner / Sven Lohmeyer / Sophie Naue

HafenCity Universität Hamburg

Sechs Studierende der HafenCity Universität zeigen einen konzeptionellen, städtebaulichen Beitrag, der auf intelligenter Organisation und den Aspekten Vielfalt und Zeit beruht. Sie stellen sich der Frage, wie ein EinkaufsCenter im Jahr 2038 aufgebaut sein könnte. Die Gruppe entwickelt daraufhin den Vorschlag für einen Centertyp, der den möglichen Bedürfnissen einer zukünftigen, mobilen, hochdynamischen und individualisierten Gesellschaft angepasst ist.

In der Ausführung und dem Aufbau von mehreren Untersuchungsebenen veranschaulicht die Gruppe exemplarisch den Aufbau funktionaler Vielfalt des zukünftigen Einkaufszentrums.

Es wird eine stadtplanerische Arbeit vorgelegt, die bewusst abstrakt bleibt, also keine Architektur zeigen möchte, sondern ein räumlich strukturelles Diagramm sein will.

Die Vernetzung des gesamten Komplexes mit der umgebenden Stadtstruktur und die Anbindung an die öffentlichen Räume ist besonderes sorgfältig und anschaulich überlegt.

Die weit reichenden zukunftsweisenden Überlegungen werden als beispielhaft gewürdigt.


Der Sonderpreis:

M.   Porträt
       eines Handelsunternehmens

Barbara Dévény / Samya Boutros Mikhail / Pia Niewöhner / Zahra Onsori
Hochschule für Künste Bremen

Kunst gibt keine Antworten und muss auch keine architektonischen Lösungen bieten. Im besten Falle wirft sie Fragen auf, die den Blick auf die Wirklichkeit nachdenklich machen.

Wir zeichnen die Arbeit von Barbara Dévény, Samya Boutros Mikhail, Pia Niewöhner und Zahra Onsori aus Bremen mit einem Sonderpreis aus, weil sie unserer Alltagsrealität aus Handel und Konsum, Werbung und Gewohnheit einen radikalen, in manchem schmerzenden Spiegel vorhalten.

Radikalität und innere Konsequenz aber ist eine Aufgabe der Kunst. Eine weitere ist das Vergnügen, sie zu betrachten. Die Arbeit "Kultur im Handel – Nebenwirkungen eines Marktplatzes" ist brillant präsentiert worden und hat ihr Anliegen auch in der Form ausgezeichnet dargeboten.


Die Sitzung der Jury endet am Mittwoch, 23. Juli 2008, um 15.00 Uhr.






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