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HANDELSARCHITEKTUR  die unsere Städte und Gemeinden mitprägt, zählt bisher nicht zum Kanon der Gebäude-Typologien, die an den Hochschulen gelehrt werden, wie z.B. Wohnungs-, Gewerbe- oder Bürobau.

Kaum wahrgenommen verfügen Shopping Center und Discountmärkte heute in Deutschland über jeweils etwa 14.000.000 qm Verkaufsfläche — mit stark wachsender Tendenz.

Diese Handelsformate müssen deshalb als architektonisch und urbanistisch relevante Bauaufgaben wahrgenommen werden!

Und die Entwicklung dieser Handelsflächen in der Stadt sollten gemeinsam von Projektträger und Kommune konzipiert werden, um für beide Seiten eine langfristig stabile Entwicklung zu gewährleisten.



Die Fragen

Insbesondere für Einkaufszentren [EKZ] der ersten Generation sowie nicht integrierte Objekte kann nach Hoffmann-Axthelm gelten:  "Von außen ist nichts zu sehen. Innen ist vollinszenierte Stadt."  Handelt es sich hierbei um die gegenwärtige Realität des innerstädtischen Einkaufzentrums, so ist das Einkaufzentrum gleichwohl ein komplexes räumliches und gesellschaftliches Gebilde – und stellt zudem heute als städtische  HANDELSZENTRALITÄT  ein prägendes Modell dar. Aufgrund dieser Entwicklung sollte dieses Modell der Handelsform in die Zukunft weitergedacht werden.

Drei Fragen zu Architektur, Stadt und Raum eröffnen diese Zukunft:

Welche Architektur gibt dem Einkaufen Form?
Welche städtischen Orte werden geschaffen?
Welchen Raum produziert der elektronische Handel?


Die Architektur

Einkaufscenter sind heute Bestandteil des öffentlichen Geschehens und nehmen aufgrund ihrer vielfältigen Funktionen eine zentrale Rolle im städtischen Leben ein. Ihre Bautypologie ist stark stadtraumprägend. Somit werden an die städtebauliche und architektonische Integration hohe Anforderungen gestellt.
Es stellen sich Fragen nach der städtebaulichen Struktur, der Öffnung nach Außen, der Durchlässigkeit, der Kommunikation mit dem Umfeld.
Eine besondere Herausforderung sind heute Einkaufscenter der ersten Generation – sie müssen oft  "generalüberholt"  werden. Es wird vielfach in der Zukunft ein  REFURBISHMENT  von innerstädtischen Centern notwendig, die funktional, inhaltlich und architektonisch den zukünftigen Anforderungen nicht mehr entsprechen.



Die Städtischen Orte

"Die städtischen Nutzungen verlieren ihre herkömmlichen Haltepunkte, sie werden austauschbar und ubiquitär. Kein größeres Dienstleistungszentrum, das nicht auch rund um die Uhr kulturell bespielt wird. Bahnhof und Flughafen bieten heute Banken und Restaurants, Kino, Geschäfte, Hotels usw., als müsste man weder wegfahren noch sich in die übrige Stadt begeben. In den großen Hotels kann man einkaufen, in unterschiedlichen Restaurants essen gehen, an Arbeitssitzungen teilnehmen, in der Bank Kunst besehen, im Schwimmbad leben wie zu Hause oder im Kurort, usw. – eine allgemeine Entwurzelung, eine Trennung von Orten und Zwecken. Im Ergebnis ist nicht einfach alles überall möglich. Vielmehr lösen sich einerseits die lokalen Haftungen auf und damit der traditionelle Zusammenhang Stadt. Auf der anderen Seite verstärkt sich der Zwang zur Bündelung."
[Hoffmann-Axthelm, siehe: Quellen]

Die gleichzeitigen Tendenzen von Bündelung und Dezentralisierung sind unübersehbar. Wirkliche Überlagerung von Nutzungen dagegen resultiert aus der Kreuzung von Nutzungs-Programmen. Konsum und Kultur des Einkaufszentrums können überlagert werden mit Funktionen wie Arbeiten, Wohnen, Sport oder Parks und Kinos – ein Schwimmbad oder eine Eisbahn im Einkaufszentrum wird bald nichts besonderes mehr sein. Diese  SCHICHTUNG  macht das Einkaufszentrum komplexer und zu einem wirklichen Labor für neue Beziehungen und Erfindungen dieser Funktionen im Stadtraum.



Die Neuen Orte

"Handel ist Wandel"  – zu diesem Wandel des 21. Jahrhunderts gehört insbesondere der  E–COMMERCE. Entstehen nun durch diese Handelsform neue Orte? Verknüpfen und gestalten die elektronischen Netze neue Orte? Kann das Einkaufscenter zum neuen Ort werden? Wie wirken sich die  "Ver-Lagerungen"  von Handel und Infrastrukturen aus? Welche Entwicklungen zeichnen sich in der Logistik von Zeiten und Räumen ab, durch die Produktion und Distribution mit Handel und Konsumorten verknüpft werden? Auf der anderen Seite ist das Erscheinen einer neuen Art  "Tante-Emma-Läden"  in den Großstädten dieser Welt unübersehbar. In Japan werden sie  "Conbini"  genannt.

Rund um die Uhr geöffnet erzeugen sie  CONVENIENCE  durch elektronische Vermittlung des alltäglichen Bedarfs für nomadische Lebensweisen außer Haus: Sind sie ein Modell für die Gestaltung und Ortsbildung aus elektronischen Netzen?

[Lokalitäten wie "Spätverkauf", "Kaffeeklappe", "Würstelstand", "Bude", "Büdchen", "Wasserhäuschen"  in Berlin, Hamburg, Süddeutschland, Ruhrgebiet, Köln stehen dem "Tante-Emma-Laden" noch näher. Sie fungieren oft als Nachbarschaftszentren [Tratsch-Zentralen].
Sie ernähren ihre/n Besitzer/in, aus welcher Weltgegend auch immer er/sie stammt.
Sie können den "Wohlfühl-Faktor" in ihrem Viertel deutlich anheben.]


Alle Fragestellungen sollen an einem Handelsstandort in Hamburg exemplarisch bearbeitet werden.


Berlin im Januar 2008


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